Geknickt durch Dick und Dünn
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Knickgelenkte Muldenkipper gelten als optimale...
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Der kompakte 3012 von Bergmann für 12 t Nutzlast...
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Terex präsentierte zur bauma den TA400; betont...
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Der JCB 714, kleinster Muldenkipper des englischen...
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Kleinster knickgelenkter Muldenkipper von...
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Weltweit größter Knicklenker ist der zur bauma...
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Die 6x6-Chassis der Volvo-Muldenkipper eignen sich...
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Der JCB 714, kleinster Muldenkipper des englischen...
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Der 340B ist mit 36 t Nutzlast und 65 t...
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Mit dem A25E 4x4 für 24 t Nutzlast bietet Volvo CE...
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Der 10 t ladende, knickgelenkte 10001+ von Wacker...
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Die italienischen Astra wie der ADT40c mit 37 t...
Weitere Informationen zu den Muldenkippern von Volvo finden Sie am Ende dieses Artikels.
Wenn auf Baustellen Massen zu befördern sind, gelten Muldenkipper als die ideale Lösung. Sie sind geländegängiger und robuster als Lkw, sie sind schneller, traktionsstärker und wetterunabhängiger als Traktor-Kipper-Gespanne. Große Verbreitung im Baubetrieb erlangten knickgelenkte Muldenkipper, die auf der diesjährigen bauma in bunter Vielfalt und mit diversen Neuerungen präsentiert wurden.
Der Markt der Muldenkipper gliedert sich derzeit in drei Bereiche. Vergleichsweise neu und noch nicht allgemein verbreitet sind kompakte knickgelenkte Muldenkipper der kleineren Nutzlastklassen zwischen etwa 10 bis 15 t. Diese Maschinen arbeiten vorzüglich im Team mit den zunehmend beliebteren Midibaggern zwischen etwa 8 und 13 t Gewicht und ersetzen sowohl Kleindumper als auch Lkw.
Den Markt der knickgelenkten Muldenkipper in den gängigen Nutzlastklassen zwischen etwa 20 und 45 t teilen sich fast ein Dutzend Anbieter, wobei in den letzten Jahren zu den bekannten Herstellern wie Bell, Caterpillar, Terex und Volvo CE weitere Namen hinzukamen, beispielsweise Case, JCB und Komatsu.
Vor einigen Jahren, besonders nach der vorletzten bauma im Jahr 2007, wurde auch in Deutschland über Astra-Muldenkipper informiert. Der italienische Hersteller Astra gehört zur Iveco-Gruppe, nicht aber zu CNH (Case-New Holland). Iveco ist ein Unternehmen der Fiat-Gruppe. Die Astra-Knicklenker wurden von Case, Link-Belt, O&K und New Holland in eigenen Farben angeboten, außerdem Astra-Starrrahmenkipper von Case. Damals suchte Astra in Deutschland nach Händlern, sowohl für die knickgelenkten als auch für die Starrrahmenkipper. Inzwischen werden Astra-Knicklenker von Iveco in Deutschland nicht mehr angeboten, doch direkt von Italien über den Iveco-Händler in Berilino verkauft. Die Astra-Baureihe umfasst die vier Modelle ADT25c, ADT30c, ADT35c und ADT40c mit 23,2, 28,2, 31,5 und 37 t Nutzlast sowie 14,5 bis 22 m³ Muldeninhalt (SAE 2:1 gehäuft). Die Fahrzeuge sind mehr oder weniger baugleich mit denen des CNH-Unternehmens Case. Für den Antrieb sorgen 235 bis 335 kW (319 bis 455 PS) leistende Iveco-Motoren und ZF-Automatikgetriebe.
Die knickgelenkten Muldenkipper des südafrikanischen Herstellers Bell werden für den europäischen Markt seit 2003 im deutschen Werk Eisenach gefertigt. Das fein abgestufte Programm enthält sechs Modelle mit 23, 27, 32, 37, 41 und 45 t Nutzlast. Nach oben abgerundet wird das Programm durch den B50D, der mit 79,9 t Gesamtgewicht und einem Muldenvolumen von 28,2 m³ als einer der größten knickgelenkten Muldenkipper der Welt gilt. Der B50D wird von Bell als „einziger 50-Tonnen-Großserien-Dumper“ bezeichnet.
Von Bergmann Maschinenbau aus Meppen-Hüntel werden Baustellen-Dumper und Mehrzweckfahrzeuge produziert, doch seit 2007 auch der zweiachsige Knicklenker 3012 für 12 t Nutzlast. Das Fahrzeug verfügt serienmäßig über einen Wendefahrerstand für problemlosen Shuttlebetrieb. Dies erspart nicht nur zeitraubende Wendemanöver, sondern gestattet auch Einsätze auf räumlich beengten und besonders schmalen, langgestreckten Baustellen wie entlang von Kanal- und Pipelinegräben. Für solche Einsätze kann der 3012 anstelle der Hinterkippmulde mit einer praktischen 3-Seitenkippmulde ausgerüstet werden, die beim seitlichen Abkippen Rangiermanöver erspart. Bergmann wählte keine Drehmulde, da diese trotz extrem kurzer Bauweise (und damit wenig Inhalt) beim 90°-Drehen über die Fahrzeugbreite hinausragen würde. Zur Standardausführung des 3012 zählt eine StVZO-Zulassung, womit der 2,5 m breite 3012 bei Kurztransporten auch straßengängige Lkw ersetzen kann. Die sich weit öffnende, zweiflügelige Motorhaube ist patentiert. Der Motor ist hinter der Kabine angeordnet, was eine neue Lösung bei der Konstruktion knickgelenkter Muldenkipper darstellt.
Das CNH-Unternehmen Case führt eine Baureihe von vier knickgelenkten Muldenkippern im Programm, die von dem zu Iveco (Fiat) gehörenden Hersteller Astra in Italien gefertigt werden. Die neuen Modelle 327B, 330B, 335B und 340B sind baugleich mit den Astra-Knicklenkern und für 23,5, 28, 31 und 36 t Nutzlast ausgelegt. Die gehäuften Nutzlasten reichen von 14,5 bis 22,0 m³. Die Motoren der Knicklenker erzielen Leistungen zwischen 224 und 318 kW (300 und 426 PS), die Höchstgeschwindigkeit wird mit 46 bis 48 km/h angegeben. Die B-Serie bietet eine unabhängige Federung der Vorderachse, die sowohl in Längs- und als auch Querrichtung Federbewegungen zulässt. Stoßdämpfer mit langen Federwegen sorgen für eine gute Dämpfung von Stößen und Schlägen.
Die vier Caterpillar-Knicklenker 725, 730, 735 und 740 mit 23,6, 28,1, 32,7 und 38,1 t Nutzlast werden in England produziert. Ein außergewöhnliches Merkmal der Muldenkipper ist der nicht wie üblich vorne, sondern hinter dem Fahrerhaus angeordnete Kühler. Für den Antrieb der Muldenkipper sorgen Caterpillar-Motoren mit ACERT-Verbrennungstechnologie. Die elektronische Steuerung des Automatikgetriebes ermöglicht weiche Schaltvorgänge, was zur Schonung der Antriebskomponenten beiträgt. Sperrdifferentiale für alle Achsen quer und längs können während der Fahrt per Fußschalter 100-prozentig kraftschlüssig aktiviert und unter Last abgeschaltet werden, um Getriebeverluste und Reifenverschleiß zu minimieren. Die langhubige Federung aller Achsen mit hydropneumatischer Federung der Vorderachse und Rahmenpendelung gewährleistet ruhige Fahrt in welligem Gelände. Die robusten, breiten Mulden lassen sich aufgrund geringer Bordwandhöhe leicht beladen und problemlos entleeren. Das Materialhaltevermögen an Steigungen und in schwierigem Gelände soll hervorragend sein. Der 730 und 740 sind optional mit einer Ejectormulde lieferbar, die nicht hochkippt, sondern die Ladung hydraulisch ausstößt und dadurch das kontrollierte Einbauen während der Fahrt oder auch bei Höheneinschränkungen ermöglicht.
Im Sommer 2008 erwarb der koreanische Konzern Doosan Infracore den norwegischen Muldenkipperhersteller Moxy für 55 Mio. Euro. Die Ziele wurden hoch angesetzt, denn bis 2012 möchte man den Moxy-Umsatz von 54 Mio. Euro (2007) auf 250 Mio. Euro erhöhen, also verfünffachen. Zu den neuen knickgelenkten Muldenkippern im Programm teilt das Unternehmen mit: „Auf diese Weise bietet Doosan seinen Kunden die Möglichkeit, über eine Maschinenserie zu verfügen, die in der Lage ist, sich an deren Lade- und Abtransportarbeiten von Aushubmaterial anzupassen.“ Das Doosan-Programm enthält die vier dreiachsigen Knicklenker MT26, MT31, MT36 und MT41 für 24,6 bis 37,2 t Nutzlast, sämtlich angetrieben von Scania-Motoren. Obwohl im aktuellen Produktprospekt das größere Modell MT 51 für 46,3 t Nutzlast und 77,6 t Gesamtgewicht mit technischen Daten aufgeführt wird, ist dieser Knicklenker noch nicht als Serienmodell erhältlich. Der MT51, von Moxy bereits auf der bauma 2007 vorgestellt, existiert derzeit lediglich als Prototyp, der sich nun in einer einjährigen Erprobung befindet. Unkonventionell ist die Fahrwerkstechnik, denn die vier Hinterräder sind an zwei frei pendelnden Tandemschwingen angeordnet. Dadurch haben die vier Hinterräder stets Bodenkontakt und erbringen im Gelände große Traktion. Auch das Knickgelenk ist anders konstruiert, da sich das Pendelgelenk zum Verdrehen des Rahmens von Vor- und Hinterwagen nicht hinter dem Knickgelenk am Rahmen des Hinterwagens befindet, sondern davor direkt am Vorderwagen.
Vom dänischen Hersteller Hydrema werden zweiachsige Knicklenker mit 10 t Nutzlast und ein dreiachsiger für 20 t Nutzlast produziert. Der allradgetriebene 10-t-Muldenkipper 912D verfügt über ein spezielles Knickpendelgelenk für hydraulische Dämpfung und Lastverteilung. Mit Niederdruckreifen ist der 912D nur 2,47 m breit und darf mit StVZO-Zulassung öffentliche Straßen befahren. Der Hydrema 912D MT besitzt eine stufenlos um 180° drehbare Mulde, die ihre Ladung um 90° geschwenkt seitlich abschütten kann. Das erübrigt zeitraubende Rangiermanöver und gestattet das Verfüllen auf schmalen Fahrstreifen.
Die Baureihe knickgelenkter Muldenkipper unterteilt sich beim englischen Hersteller JCB in zwei- und dreiachsige Fahrzeuge. Die beiden kleineren Knicklenker, der 714 und 718 für 13 und 16,5 t Nutzlast sowie 7,35 und 9,6 m³ Muldeninhalt, sind zweiachsig, der größere 722 für 20 t Nutzlast und 12 m³ Muldeninhalt ist dreiachsig. Der erst 2006 vorgestellte, nächstgrößere 726 für 23,6 t Nutzlast und 14,1 m³ Muldeninhalt wird gegenwärtig nicht mehr angeboten.
Seit 2004 werden von Komatsu knickgelenkte Muldenkipper aus eigener Produktion angeboten. Zuvor führte das japanische Unternehmen Knicklenker im Programm, die von Moxy in Norwegen gefertigt wurden. Die aktuelle Baureihe beinhaltet die vier Modelle HM250-2, HM300-2, HM350-2 und HM400-2 mit 24, 27, 32 und 36,5 t Nutzlast und 14,7 bis 22,3 m³ Muldeninhalt (SAE 2:1 gehäuft).
Die Muldenkipper der amerikanischen Terex-Gruppe stammen aus dem Werk Motherwell in Schottland. Die Baureihe der Knicklenker beinhaltete bis vor kurzem die fünf 23 bis 38 t tragenden Modelle TA25, TA27, TA30, TA35 und TA40, doch wurden der TA30 und TA40 zur bauma durch den brandneuen TA300 und TA400 ersetzt.
Der schwedische Hersteller Volvo CE gilt weltweit als Marktführer bei knickgelenkten Muldenkippern und ist der Pionier dieses Fahrzeugkonzeptes. Die aktuelle E-Serie umfasst fünf Basismodelle, und zwar den zweiachsigen A25E 4x4 und die vier dreiachsigen Modelle A25E, A30E, A35E und A40E für 24, 28, 33,5 und 39 t Nutzlast sowie 15 bis 24 m³ Muldeninhalt. Auf der bauma 2010 stellte Volvo CE ein neues Kipperchassiskonzept vor, das den Herstellern spezieller Fahrzeugaufbauen umfangreiche Unterstützung während der Entwicklungs- und Produktionsphase gibt. Damit lassen sich beispielsweise Hakenlift, Containertransporter, Betonmischer, Rohr- und Holztransporter vorteilhaft anstelle der Serienmulde einsetzen. Volvo CE entwickelte dazu ein Konzept mit Zeichnungen, Diagrammen und technischen Anweisungen, sogar die rechtlichen Verantwortlichkeiten werden dargestellt.
Mit 10 t Nutzlast kann der Dumper 10001+ von Wacker Neuson durchaus schon der Kategorie der knickgelenkten Muldenkipper zugeordnet werden, allerdings mit Frontkippmulde. Die allradgetriebene Maschine erreicht bis zu 27 km/h Geschwindigkeit und bewältigt im beladenen Zustand Steigungen von 50 %. Mit nur 4,8 t Leergewicht bietet der Kompaktkipper einen hohen Nutzlastfaktor von 2,09. Im Powershuttle-Betrieb mit Wendefahrerstand fährt der Muldenkipper gleichwertig vor- und rückwärts, was zeitraubende und Platz beanspruchende Wendemanöver erübrigt. Der 10001+ ist optional mit einer vollverglasten, beheizten ROPS/FOPS-Sicherheitskabine lieferbar. Beide Kabinentüren sind im Winkel von 180° arretierbar und ermöglichen daher das Fahren bei geöffneten Türen. Die robuste Mulde ist rundum mit Profilen verstärkt, die hohen Belastungen standhalten.n
Dipl.-Ing. H.-H. Cohrs, Grube / Holstein




